Benjamin Rubloff »distant prospects«

17. Mai – 12. Juli 2008



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Wie kann ein Maler erzählen? Wo findet die eigentliche Kommunikation zwischen dem Künstler und seinen Rezipienten statt? Wie ist dieser Prozess zu erforschen?

Die Suche nach adäquaten Antworten ist der Schlüssel zum Werk des jungen in Berlin lebenden Amerikaners Benjamin Rubloff (*1975), der bis 2002 in Wesleyan und Harvard Musik, Pädagogik, amerikanische Literatur und Philosophie studierte.

In »distant prospects«, seiner ersten Berliner Einzelausstellung, präsentiert der Künstler einige neue Bilder, bei denen es unter anderem auch um die Möglichkeiten der malerischen Narration geht. Dabei knüpft er bewusst an die romantische Tradition in der Malerei seiner Heimat an, jener Strömung also, die sich seit jeher akribisch und detailreich um die Darstellung der menschlichen Seelenlandschaften kümmert und von Künstlern wie Thomas Cole und Winslow Homer, aber auch von Edward Hopper tradiert wurde. Zugleich ist es genau die Richtung, bei der es um eine besondere Allianz mit der amerikanischen Literatur und Geistesgeschichte handelt. Helden, Ausreißer, Rebellen sind hier die klassischen Protagonisten.

Auch Benjamin Rubloff greift das Thema auf. Nur dreht er den Spieß um und zeigt statt der coolen Natur- bzw. Landeroberer des wilden Westens die Durchschnittsmenschen unserer modernen globalisierten Welt, die sich für die Flucht in die Wildnis entscheiden. Aber wovor und wohin fliehen sie? Einsam und verloren erscheinen die verschwommenen, gesichtslosen Gestalten in Rubloffs Bildern. Mit ungewöhnlichen Perspektivendarstellungen nimmt der Maler seinen Figuren buchstäblich den Boden unter den Füßen weg. Sie sind von der wilden Natur zwar umgeben, bleiben aber stets Fremdkörper ihr gegenüber, ganz wie ihre verwahrlosten Behausungen. Auch die auf den ersten Blick anmutsvollen wie harmlosen Landschaften sind vernebelt und bisweilen düster. Bedrohung und Warnung sprechen aus deren Inneren heraus, die jedoch weniger der Gewalt der Wildnis, vielmehr der in ihr verborgenen menschlichen Gewalt gelten.


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Die Bilder bergen in sich zahlreiche Geschichten. Diese erzählt der Maler nicht direkt, sondern weiß sie in den Köpfen und Augen der Betrachter zu suggerieren. Nicht umsonst nimmt er seine Vorlagen aus der aktuellen Medienwelt, die sich häufig vom Unheimlichen und Anrüchigen nährt.

Die geheimnisvolle, kontemplative Ausstrahlung der Bilder reizt unsere Sinne und fesselt sofort unsere Aufmerksamkeit. Bereits im nächsten Moment schlüpfen wir selbst in die fragilen Gestalten hinein, um so durch diese feinen, duftigen Landschaften zu wandern. Und es lohnt sich gewiss, dafür eine Weile auch den eigenen Alltag zu vergessen.




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ENGLISH VERSION:


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Benjamin Rubloff’s work engages this tradition from a contemporary position. With a critical awareness of these sources, Rubloff has supplanted the heroic figures of the past with the denizens of a globalized world in search of escape. But, one wonders: escape from what? To where? In the works, figures appear lost, their blurry, faceless presence made even more fragile by awkward and unusual shifts of perspective. They are enclosed by the wilderness, in claustrophobic compositions that alienate them from their natural surroundings. Those landscapes which, upon first sight appeared beautiful and harmless, become something darker. An air of aggression and threat emerges in the works, which springs not from the wilderness itself, but rather from a quiet promise of human violence.

The work offers a multiple of narratives. The painter demonstrates restraint from revealing too much. The paintings draw from popular media sources in their fascination for the horrific and transgressive. The secretive and contemplative atmosphere of the paintings captivates the viewer`s attention, and allows the viewer to step into the space these figures occupy, leaving everything else behind.

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What do paintings tell us? How does an audience read or construct meaning from the singular tableau of a painting? How and to what ends can this process be explored? These questions are at the heart of the work of the young, Berlin-based American painter, Benjamin Rubloff (b.1975), painter who studied music, literature and cultural studies at Wesleyan University and Harvard .

In »distant prospects«, his first solo exhibition in Berlin, the artist presents a new series of works that continue his exploration of the narrative possibilities of painting. The work plays off of American Romantic sources, like Winslow Homer and Thomas Cole, whose detailed paintings presented an image of the American wilderness as a mirror of the American transcendental spirit, in landscapes populated by archetypical, rugged individualist protagonists. At the same time, the work is also immersed in the kinds of modern psychological concerns of American realists like Edward Hopper.

 

 

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