02. Februar - 22. März 2008
Nach »New Abstract Painting« (2006) präsentiert Krammig & Pepper Contemporary in der neuen Gruppenausstellung »abstrakt« fünf weitere zeitgemäße Positionen der abstrakten Kunst. In den Bildern und Skulpturen der hier präsentierten Künstlerinnen und Künstler spiegelt sich die Vielfalt der aktuellen Auseinandersetzungen mit dem Thema Abstraktion wieder.
Die 1975 in Böblingen geborene Bildhauerin Angelika Arendt verwendet für ihre Objekte industriellen Montageschaum, den sie in Formen bringt, die an wuchernde, wachsende biologische Strukturen erinnern. Die metallisch schimmernden, bunten Farben verstärken die fremdartig anmutende Wirkung der Skulpturen.
Der Bremer Nicholas Bodde (*1962) setzt die klassische Richtung Art Concret fort, die auf mathematischen Grundlagen beruht. Die Strategien des Konstruktiven nutzt er, um Farbe in der Vielfalt ihrer Erscheinungen als Malerei zu realisieren. So schichtet er horizontale farbige Streifen, Felder, Bänder, fadenfeine Linien zu Tableaus, für die er neben den Öl- und Acrylfarben auch Industrielacke oder hochwertige Kunststofffolien verwendet.
Der 1968 in Balingen geborene Stefan Kübler entdeckt die alte Technik der Hinterglasmalerei wieder, mit der er aufs Neue die Bedingungen und Möglichkeiten von Malerei im Medienzeitalter befragt. Kein raumgreifend pastoser Farbauftrag erwartet den Betrachter bei der Nahsicht, vielmehr eine ungewöhnlich glatte Bildoberfläche, die keinerlei haptische Spuren zeigt.
Der Dortmunder Markus Linnenbrink (*1961) ist u. a. mit einer Arbeit vertreten, deren untere Schicht aus in farbige Acrylpaste gedrückte, kleine, runde Spiegel besteht. Diesen Spiegeln setzt er Bohrungen in den hölzernen Bildgrund zur Seite, die er mit Acrylfarben auffüllt. In einem letzten Arbeitsgang wird die gesamte Struktur mit transparentem Harz versiegelt.
Judy Millar (*1957), die ihre Zeit zwischen Berlin und Auckland, Neuseeland teilt, steht in der Tradition des Abstrakten Expressionismus. Sie arbeitet mit expressiven gestischen Verwischungen und lässt die Bildräume entstehen, deren luminöse Fluidität im Betrachter den Wunsch weckt, in ihre Oberfläche einzudringen.