URL: http://www.krammig-pepper.com/e857/e3218/e860/index_ger.html
Pressetext zur Ausstellung vom 02. Dezember 2006 – 20. Januar 2007:
Auch in der dritten Skulpturenausstellung des Engländers Steve Johnson in Berlin steht die Architektur im Mittelpunkt. Abermals hat Johnson (*1953) reale Gebäude en miniature nachgebildet und samt des darunter befindlichen Erdreichs hoch an die Wände der Ausstellungsräume gehängt. Es ist eine ungewöhnliche Perspektive, der sich die Betrachter ausgesetzt finden. Denn nicht die detailgetreue Treptower Datscha, der englische Pub oder die Verkehrsinsel sind primärer Blickfang, sondern das eigentlich Unsichtbare: die Materie, auf der diese Architekturen gebaut sind, das Erdreich. Mächtige braune Brocken wölben sich in den Raum hinein und ziehen die Aufmerksamkeit auf sich. Auf ihnen thronend, unnahbar, der haptischen und visuellen Annäherung entzogen, die Gebäude.
„...Tatsächlich sind die Arbeiten Johnsons im zeitgenössischen Kontext der Medienrevolution und weitreichenden Ästhetisierung unserer Lebenswelt entstanden. In ihrem dokumentarischen Ansatz sind sie heute beispielsweise mit der Düsseldorfer Realismusschule vergleichbar wie den grossformatigen Fotografien Andreas Gurskys. Beide bedienen sich in ihrer Motivwahl urbaner Szenerien, geben Denkanstöße über das Verhältnis zwischen dem Menschen und den rationalen Organisationsstrukturen seines Umraums. Doch anders als Gursky verzichtet Johnson auf eine direkte Gegenüberstellung zwischen Mensch und Bild bzw. Mensch und Objekt...“
(Jette Rudolph, Berlin 2004)
© 2012